Vor unserer Abreise aus Hoi An suchten wir zunächst eine Werkstatt auf, um das Öl auszutauschen und Luft auf dem Hinterreifen zu geben. Über den Wolkenpass (Hai Van Pass) ging`s dann nach Hue. Der Hai Van Pass war der eigentliche Grund, warum wir uns das Ungetüm an Moped überhaupt gekauft hatten. Inspiriert durch die Topgear-Folge (TV Serie) in Vietnam wollten wir Ähnliches erleben – und nun kam die letzte Etappe mit dem Motorrad.

Die Straßen waren leer und so konnten wir die tolle Aussicht für uns allein genießen.

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Gerade als wir den letzten Berg runterrollten, verließ die letzte Luft den Hinterreifen. Gut, dass es überall Werkstätten gibt, die einem sofort weiterhelfen :)

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Mit dem neuen Reifen kamen wir aber keine 500 Meter weit, da ein doch penetrantes Geräusch unsere Fahrt störte. Wir hielten also an der nächsten Werkstatt an und der Werkstattmensch tippte auf die Kette, die es zu erneuern galt. Beim Ausbau des Hinterreifens sah er jedoch, woher das Geräusch gekommen war – das Radlager war ziemlich hinüber und wir hatten doch ein wenig Glück, dass nicht mehr passiert ist. Auch die Hinterradbremsen waren nicht mehr die besten, so dass wir beschlossen den Kettensatz, das Radlager und die hinteren Bremsen auszutauschen.

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In Hue angekommen, ging`s zuerst zum Bahnhof. Wir wollten uns erkundigen, wie wir das Moped im Zug transportieren können und wie teuer das Ganze für uns werden würde. Am Bahnhof trafen wir dann auf das nette Mädel, das gerade von einem Vietnamesen darauf hingewiesen wurde, Hue am nächsten Tag zu verlassen, da sich der Taifun ankündigte. Geplant war eigentlich, erst einen Tag später Hue zu verlassen. Wir beratschlagten uns zu dritt und entschlossen, bereits am Samstag den Nachtzug zu nehmen. Nach einigen Verständigungsschwierigkeiten beim Fahrkartenkauf, erhielten wir zusammen eine 4-Bett-Schlafkabine (Soft Sleeper).

So blieb uns also nur ein Tag in Hue, den wir nutzten, um die Zitadelle (Kaiserpalast) zu besichtigen. Wir waren zeitig da und trotzdem waren schon Touristenströme auf dem Gelände unterwegs. Wir schlugen uns bis nach hinten durch, überholten also alle Tourigruppen und hatten dort Ruhe, um die Ruinen und erhaltenen Gebäude zu bestaunen.

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Touristen, die Fotos mit dem iPad schießen sind doch echt das Letzte, oder? :P

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Wir brachten das Motorrad zum Bahnhof, doch die Gepäckausgabe machte gerade ihr Mittagspäuschen. Also beschlossen wir etwas zu trinken und trafen wieder auf dem Mann (Mr. Pho), der uns davor gewarnt hat, länger in Hue zu bleiben. Seine Frau betrieb ein kleines Café am Bahnhof, wir kamen ins Gespräch und konnten so unser großes Gepäck, welches noch im Hotel darauf wartete von uns abgeholt zu werden, mit dem Motorrad transportieren und bei Mr. Pho unterstellen.

Da wir noch reichlich Zeit hatten bis der Nachtzug fuhr, beschlossen wir einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Wir gingen in das nahe gelegene Wohngebiet der Vietnamesen, wo sich wahrscheinlich nur selten ein Tourist hin verirrt. Wir gingen durch die vielen kleinen Gassen und nach über 2 Stunden erreichten wir, dem Hungertod nahe, den Bahnhof.
sebastiantimmel_vietnam_hue22Wir deckten uns auch für die Zugfahrt mit Keksen, Baguettes und Getränken ein, da wir nicht wussten, ob wir nicht vielleicht länger als gedacht im Zug verweilen müssen. Die entspannte Zugfahrt verdanken wir unseren beiden Mitreisenden – Merel aus den Niederlanden und Tom aus den USA. Zusammen haben wir tolle Stunden im Zug und später auch in Hanoi verbracht.

2 Gedanken zu „Kaiserstadt Hue

  1. Ich hatte mich schon gefragt ob ihr auf eurer Reise den Gebirgspass befahren würdet. Und dann sogar mit Topgear-Hintergrund. So cool :)

    Als nächstes dann die Hochstraße in Bolivien? :)

  2. Ich habe gar nicht gewusst, dass Vietnam einen eigenen Kaiser hatte und der Tourismus bereits solche Auswüchse angenommen hat. Wie gehen die Menschen im Alltag damit um?
    Der Hahn im Gummibaum hatte offensichtlich kein Problem mit euch Touris. Toll!!!
    Dass auch weiterhin alles zu eurer Zufriedenheit läuft, wünschen von Herzen eure Barkower!

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