Vom Routeburne Track hatten wir die Aussicht in das wunderbare Hollyfordvalley. So nahmen wir uns vor, auch dort wandern zu gehen. Unverhofft bekamen wir dafür ein paar Tage frei. Schnell organisierten wir noch ein paar Dinge für diesen Trip und schon ging`s am frühen Morgen los – schließlich mussten wir noch ca. 1,5 Stunden zum Startpunkt fahren. Munter starteten wir den Trip um 09:00 Uhr und waren größtenteils allein im Tal unterwegs.
Der ersten 15 Kilometer gingen uns leicht vom Fuß, doch dann wurde es holpriger und rutschiger. Über nasse Steine und Wurzeln sowie Stahlseil-Hängebrücken schlängelte sich der Weg zu unserer ersten DOC Hütte – gelegen auf einer Insel, die nur bei gutem Wetter vom Land aus zu erreichen ist. Zum Glück schien bei uns die Sonne.

In der Hütte angekommen, lagen bereits Rucksäcke auf den Betten und volle Bierdosen befanden sich zuhauf in der Hütte. Zu uns gesellten sich auch noch zwei Schwestern, die wir Stunden zuvor auf dem Weg überholt hatten. Sie sollten uns in allen darauffolgenden Hütten noch angenehm Gesellschaft leisten.
Wir schliefen bereits als sieben Neuseeländer im besten Alter die Hütte betraten und diese im wahrsten Sinne des Wortes zum Beben brachten. Lautstark wurde der gefangene Fisch gebraten und gekocht, die Musik wurde angedreht, es wurde gequatscht und getrunken ohne Rücksicht auf Verluste. Von Schlaf konnte bei uns da keine Rede mehr sein. Nachdem sie sich ordentlich die Bäuche voll geschlagen hatten, gingen sie erneut mit ihren Jetbooten angeln. So konnten wir wenigstens eine Mütze voll Schlaf erhaschen. Na ja, aber auch das war nicht so einfach, denn die Frauen schnarchten ohne Gnade, so dass das Einschlafen doch schon eine Herausforderung für uns beide war. Mitten in der Nacht kamen die Jungs wieder zurück und das ganze Prozedere wiederholte sich. Auch am frühen Morgen waren sie schon wieder aktiv, so dass wir beschlossen auch aufzustehen. So ging es gegen 08:30 Uhr auf den Weg zur zweiten Etappe, die nicht umsonst als „Demon Trail“ bezeichnet wird. Flussläufe hoch, über kleinere Felsen klettern, rutschige Steine und Wurzeln und unzählige kleine Hängebrücken – so ging es die nächsten 6,5 Stunden.
In der Hütte hieß es dann erst einmal Klamotten wechseln, Füße hoch legen und entspannen. Die Hütte teilten wir uns mit drei Männern – eine wahre Erholung verglichen mit den Halbstarken am Vorabend. Wir wussten, dass auch die beiden Schwestern zu der Hütte kommen wollten. Doch auch als es dunkel wurde, war noch niemand zu sehen. So gingen wir mit einem mulmigen Gefühl schlafen. Kurz vor zehn Uhr wurden wir dann von Geräuschen geweckt – die Frauen hatten es, sieben Stunden nach uns, endlich zur Hütte geschafft. Wir waren doch ziemlich erleichtert, dass sie unversehrt den Weg gemeistert hatten.
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Der nächste Morgen begrüßte uns mit Regen. Zum Glück war der letzte Abschnitt wirklich einfach – immer schön am Strand entlang und dann durch den Wald auf ebenen Boden. So erreichten wir schon gegen Mittag die nächste Hütte in der fantastischen Martins Bay. Ein verwunschener Ort, der nur zu Wasser, Luft oder zu Fuß zu erreichen ist. Kaum angekommen, klarte der Himmel auf, so dass wir den Nachmittag damit verbrachten die Gegend zu erkunden. Für die ganzen Mühen wurden wir von einem tollen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang belohnt. sebastiantimmel_hollyford_8 sebastiantimmel_hollyford_9 sebastiantimmel_hollyford_10 sebastiantimmel_hollyford_11 sebastiantimmel_hollyford_12 sebastiantimmel_hollyford_13 sebastiantimmel_hollyford_14 sebastiantimmel_hollyford_15 sebastiantimmel_hollyford_16 sebastiantimmel_hollyford_17 sebastiantimmel_hollyford_18 sebastiantimmel_hollyford_18_5 sebastiantimmel_hollyford_19 sebastiantimmel_hollyford_20

Dieses Mal wollten wir auch nicht die ganze Strecke zurück laufen. Als Alternative blieb nur ein kleines Flugzeug, welches wir zuvor für den Tag bestellt hatten und das uns nach Milford fliegen sollte. Zusammen mit den beiden Schwestern stiegen wir mit unserem Gepäck ins Flugzeug ein und genossen den grandiosen 15-minütigen Flug dicht über der Baumgrenze und entlang der Küste, über den Milfordsound. Von oben sahen wir Wild und Delfine – einfach fantastisch! sebastiantimmel_hollyford_21 sebastiantimmel_hollyford_22 sebastiantimmel_hollyford_23 sebastiantimmel_hollyford_24 sebastiantimmel_hollyford_25 sebastiantimmel_hollyford_26 sebastiantimmel_hollyford_27

In Milford angekommen, mussten wir noch zum Auto trampen, das sich ca. 50 km entfernt am Ende der Lower Hollyford Road befand. Nach ca. 1 Stunde hielt ein kleines Auto mit neuseeländischen Insassen an, die uns kurzerhand mitnahmen. Zusammen mit ihnen bestaunten wir den touristischen Chiasm, wo wir zuvor nie angehalten haben. Die beiden Neuseeländer nahmen den Umweg in Kauf und fuhren uns bis zu unserem Auto vor, so dass wir endgültig die Rückreise antreten konnten :-). sebastiantimmel_hollyford_28

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